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Der Immobilienmarkt in Deutschland

In Deutschland gibt es rund 40 Millionen Wohneinheiten für gut 82 Millionen Menschen. Der Gesamtwert liegt bei 3,6 Billionen Euro.

Immobilien in Deutschland sind im internationalen Vergleich billig, nicht umsonst haben in den letzten Jahren ausländische Finanzinvestoren wie Fortress, Blackstone usw. mehrere hunderttausend Wohnungen gekauft, um einen schnellen Gewinn zu machen. Da auch die Mieten im internationalen Vergleich zu niedrig sind, lohnt es sich für Investoren zur Zeit kaum, neue Mietwohnungen zu bauen. Die einzigen Immobilienarten, die bei uns zur Zeit noch neu gebaut werden, sind Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser für Selbstnutzer, da diese Käufergruppe bereit ist, mehr Geld fürs Wohnen auszugeben und nicht nur auf die Rendite schaut.

Ein wichtiger Faktor, der zu Preissteigerungen führen wird, ist die Inflation. In den letzten Jahren bei uns fast ein unbekanntes Wort, aber spätestens wenn die aktuelle Krise vorüber ist, rechnen Experten mit Inflationsraten von mindestens 10 %. Während Geldanlagen damit immer mehr an Wert verlieren, sind Immobilienbesitzer die Gewinner. Objekte in gefragten Lagen haben langfristig einen Wertzuwachs mindestens in Höhe der Inflationsrate erfahren. Noch besser sind Eigentümer dran, die ihre Immobilie auf Kredit finanziert haben. Der Kreditbetrag muss nominal zurückbezahlt werden, während der reale Wert der Schuldenlast bei höherer Inflationsrate (und damit steigendem Einkommen) in wenigen Jahren schon erheblich gesunken ist. Damit schützen sich Immobilienbesitzer zumindest schon vor der drohenden Mietinflation. Auch Investoren werden aufgrund der Turbulenzen an den Aktienmärkten zunehmend wieder verstärkt in Sachwerte flüchten.

Ausblick:
Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern wird erheblich zurückgehen. Denn 2025 wird sich die Gruppe, die Eigenheime nachfragt (junge Familien mit Kindern) im Vergleich zu heute fast halbieren. Dagegen wird die Nachfrage nach Wohnungen im Geschosswohnungsbau weiterhin steigen. Die gewünschte Wohnfläche pro Person wird weiter ansteigen und die Zahl der Personen pro Haushalt weiter sinken. Wir haben heute schon pro Jahr einen unerfüllten Bedarf von 60.000 Miet- oder Eigentumswohnungen im Mehrgeschosswohnungsbau. Hier wird es in den nächsten Jahren zu großen Problemen besonders in den ökonomisch expandierenden Ballungszentren kommen. Durch die fehlenden Neubauten werden die Mieten für vorhandenen Wohnraum in den Ballungsräumen besonders stark steigen.

© oststadtmakler.de - Dipl.-Sachverständiger (DIA) Martin Burkard Karlsruhe 2010